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SPIEGEL : Frau Kekilli, "Gewalt gehört im Islam zum Kulturgut" - das haben Sie neulich auf einer Podiumsveranstaltung in Berlin gesagt. Der türkische Generalkonsul hat wütend den Raum verlassen. Bereuen Sie Ihre Worte heute?
Kekilli: Es ist doch nicht zu leugnen: Die meisten Ehrenmorde werden von den Tätern mit dem Islam begründet. Bei der Genitalverstümmelung wird als Begründung der Islam mit ins Spiel gebracht, obwohl das keine Vorschrift des Islams ist. Männer, die ihre Frauen schlagen, sagen: So steht es im Koran. Diese entsprechenden Stellen im Koran sind natürlich auch anders zu interpretieren, werden sie aber meistens leider nicht. Man versucht durch die Religion die Gewalttaten zu rechtfertigen. Und die friedliebenden Moslems müssen unter diesen Extremisten ihrer Religion leiden und sich rechtfertigen.
SPIEGEL : Sind Sie Atheistin?
Kekilli: Ich respektiere alle Religionen, fühle mich aber keiner zugehörig. Es gab eine Zeit, in der ich an gar nichts geglaubt habe. Mittlerweile glaube ich an eine Macht, die einen schützt und einem im Laufe des Lebens Aufgaben stellt. Ich nenne sie aber nicht Gott.
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