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  #1
Alt 27.01.2005, 22:24

 
Lazusagi - ait Kullanıcı Resmi (Avatar)
 
Üyelik tarihi: 06.12.2002
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Egoismus und Nietzsche ( Philos. )

Der Mensch ist ein mittelmäßiger Egoist. Selbst der Klügste nimmt seine Gewohnheiten wichtiger als seinen Vorteil.
_________________

Wo immer ich gehe, folgt mir ein Hund namens Ego.

_________________

Egoismus ist kein Prinzip, sondern die eine Tatsache.




-----------------------


Ich wollte helfen daher dieser Thread...Lief nicht per pn, sorry dafür an die Moderatoren dieses Forums...


Hier ein paar Ausarbeitungen zu dem Thema Egoismus


Sind wir alle Egoisten?
Wenn ja, gibt es dann den "guten Mensch"
Der der doch gut sein will muss die Gerenze des Egoismus überschreiten können.


Es gibt nicht den guten menschen. menschen sind von geburt an egoistisch. selbst mutter teresa ist in ihren guten taten in gewisser weise egoistisch. denn durch die guten taten hat sie kein schlechtes gewissen und ist glücklich. auch wenn diese art egoismus nicht so schwer wiegend ist wie manch andere art ist es trotzdem in gewiser hinsicht egoismus, also gibt es nicht den "guten, nicht egoistischen" menschen.

Jede Handlung hat einen Eigennutz als Hintergrund. Der Mensch handelt nicht einfach so...

n jeder handlung des menschen sieht der mensch das was er davon hat. und wenn es ihm nicht gefällt was er sieht, dann macht er es auch nicht. interessant wäre es jetzt einmal ein beispiel zu suchen was für nicht egoistisches handeln steht.

stellt euch vor euer erzfeind liegt verletzt auf der straße. was macht ihr? geht ihr vorbei oder helft ihr ihm?

wenn du ihm hilfst, obwohl du ihn abgrundtief hast, dann handelst du meines erachtens nach nicht egoistisch.
wobei man jetzt wieder so argumentieren könnte. du besitzt einen gewissen grad an ehre und seinen erzfeind so aus dem weg räumen zu wollen ist weis gott nicht ehrenvoll. also hast du wieder ein egoistisches motiv wenn du ihm hilfst.

Warum soll ich ihm helfen:

-Damit ich keinen Konflikt mit den Bullen kriege
-Um den Konflikt mit ihm beenden zu können
-Um keinen Konflikt mit meinem Gewissen zu bekommen

Wenn ich kein Gewissen habe lass ich ihn liegen und er stirbt --> mein Vorteil...

das ist der witz an dieses these, dass ihr immer und jede handlung so erklären könnt, dass ein egoistischer nutzen ableitbar ist

selbst wenn es extrem schwer erscheint, könnt ihr immer damit kommen, dass sich der betroffene innerlich glücklich fühlt.
das heisst im endeffekt, dass dadurch das man annimmt jeder mensch strebt nach glück (das kann ja bei jedem anders aussehen) automatisch jeder immer egoistisch handelt.

es ist aber auch gar nicht schlimm. dadurch das man das system in grenzen gefasst hat (stichwort leviathan oder homo homini lupus est) werden diese energien in eine richtung gelenkt, die zumindest meistens sehr effiziente ergebnisse liefert.



Die Welt wimmelt von Leuten, die niemandem Leids antun, aber Gutes nur sich selbst.

Also ist irgendwo jeder egoistisch.

Ich bin arrogant, eitel und egoistisch
und ich liebe meine Familie.

es gibt keine "guten" menschen...

und wer sagt den eigentlich das arroganz oder egoismus etwas schlechtes ist...nur weil die gesellschaft so etwas suggestiert und es doch jeder im endeffekt durchzieht...
ein widerspruch im leben bzw. in der heutigen gesellschaft...


Arroganz ist ja eigentlich auch nichts schlechtes, wenn es in Maßen ist. Jeder Mensch hat ein fünkchen Arroganz in sich. Es gibt nicht umsonst den Spruch:

Wenn eines den Menschen auszeichnet, so ist es seine Arroganz. Nur er hat die Stirn, den Tieren ihren Lebensraum zu nehmen, sie in Zoos zu sperren und sich dann auch noch vor Stolz auf die Schulter zu klopfen, wenn die sie ihm die Freude machen, sich dort zu vermehren.

Sogar ich bin irgendwo arrogant---->Man sagt, ein guter Tänzer sei auch ein guter Liebhaber..
Kann nicht stimmen – ich kann nicht tanzen...lol
Bin ich deswegen schlecht?

Ich denke jeder Mensch kann sich selber einschätzen ob er Egoist ist oder nicht!

Aber den Charakter eines Menschen kann man nicht einfach so als egoistisch bezeichnen.

In einem Konflikt in den man gerät und diesen nicht ausdiskutieren will mit der anderen Person kommt man schnell, doch nur weil dieser nicht diskutieren will wird man durch sowas zum Egoist?

Für solche Diskussionen die zu nichts führen kann man ja auch einen faulen Kompromiss eingehen. Aber Egoismus kann man ja nicht nur an einem Beispiel festlegen. Jeder Mensch ist schon in eine Situation gekommen wo er nur an sich gedacht hat, kann mir was erzählen wer will.

ist es nicht egoismus zu leben?
ist es nicht egoismus faul zu sein?

wieso soll das leben egoistisch sein, das leben ist von grund her sehr rein. Nur was wir daraus machen ist meist egoistisch. Und Tiere töten(talk über den chan, deshalb geh ich darauf ein), ist vom Grundsatz auch nicht egoistisch, wenn es der Ernährung dient und nicht nur aus Spaßzwecken heraus gemacht wrid. Und faul sein ist doch eigentlich nur Egoismus zu dir selber und da du es verursacht ist es wieder kein Egoismus, da du ihn ja steuern kannst. Jetzt bin ich total verwirrt.

Glaube kann Wunder verrichten, während Eitelkeit und Ichsucht des Menschen Tod sind.

ich denke aber trotzdem das das Leben egoistisch ist. Zur Ernährung? Trotzdem tötest DU Lebewesen für DEIN DASEIN!! Ist das nicht egoistisch?

Zudem muss ich sagen das Faulheit auf jeden Fall egoistisch ist. Weil du wiederum nur an dich denkst wenn du irgendwas nicht tust, das du eigentlich tun solltest...


Wie ist eigentlich Egoismus definiert?

Ist Egoismus eine Begrifflichkeit zwischen Menschen oder zwischen Menschen und der Natur, sprich Pflanzen, Tiere ...

In der Gesellschaft wird doch der Egoismus klar als Zwischenmenschliche Eigenschaft dargestellt, die das Ziel hat aus jeder Situation sein eigen Wohl und Gut zu machen.


Egoismus, vom lateinischen ego, ist die Selbstsucht oder Eigenliebe. Es ist ausserdem die Unfähigkeit zugunsten anderer auf etwas zu verzichten, weil der Egoist nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Unter Egoismus versteht man auch die Übersteigerung des natürlichen Selbsterhaltungstriebes.
Egozentrisch beschreibt den Versuch, das eigene Ich in den Mittelpunkt zu stellen, ichbezogen zu handeln.




Ist ein wenig unstrukturiert weil noch Gedankengänge von anderen Klassenkameraden drin sind...Es stammen zwar 80% von mir jedoch haben Kameraden aus dem Philos.-Kurs auch ihre geistigen Beiträge geleistet ;)
Manche meiner Thesen die als Frage gestellt worden sind widerlegte ich meist am Nächsten Tag.. Ich hab eine innere Diskussion geführt so ala Tagebuch..Das hat meinen Lehrer immer fasziniert :)

Hoffe ich kann/konnte helfen
__________________
Bugün ALLAH icin ne yaptin???

Veselamünalleyküm.
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  #2
Alt 12.02.2005, 23:52
Hamd icin Ilim

 
Ahmet76 - ait Kullanıcı Resmi (Avatar)
 
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1) "Nietzsche ist Tod" by Ahmet76

2) Egoismus ist ein negativ behaftetes Wort oder Begriff. Negativ behaftetes mit normalen von Geburt an natürlichen gleich zu stellen, wäre die Menschen auch wenn dies nicht die Absicht ist, von Geburt an oder das Natürliche als etwas negatives abzustellen. Der Gedanke , das der Mensch der nur gutes Tut weil er ebenfalls egostisch ist, bringt so manch einige Probleme mit. Da wäre z.B. diese guten Menschen mit denen Menschen gleich zu stellen die Ihren Trieb nach Macht und Reichtum mit jeden Mitteln befriedigen möchten. Und in dieser Absicht anderen Schaden zu fügen. Es würde zu Analogien führen wie da wäre, das eben egoistisches etwas normales gar natürliches wäre. Es würde sozusagen dieses Unmoralische, legalisieren. Das hat man schon mit Kapital und alles was dazu gehört gemacht. Es gibt dafür ein wissenschaftliches somit denn auch legalisierendes Begriff: Homo Oeconomicus.

PS: Freut mich zu sehen das auch wir Junge Leute haben die sich mit der Philosophie beschäftigen.
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"Insanlar hayra davet edildigi zaman, seytanlar da seytani duygular da kendilerini tehdit altinda hissediyorlar" I.Özel
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  #3
Alt 13.02.2005, 14:39

 
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Selamunaleyküm,

die These, dass jeder Mensch in seinem Handeln egoistisch sei, ist wirklich uralt. Ahmet76, du sagst zwar, dass sie insofern problematisch sei, als sie "moralisches" und "unmoralisches" Handeln in gewisser Weise gleichsetze, aber dein Einwand löst das Problem meines Erachtens nicht wirklich... Aber das wäre jetzt ein ganz anderes Thema.

Ich möchte hier nur Folgendes kurz ansprechen: Diese These ("Alle Menschen - auch Mutter Theresa - handeln egoistisch!" oder "Auch Altruismus ist Egoismus.") hat ein riesengroßes Problem: Sie kann nämlich letzten Endes überhaupt nichts erklären!

Warum empfinden einige Menschen bei einer bestimmten Tat ein Glücksgefühl und andere wiederum nicht? Warum plagt den einen sein schlechtes Gewissen, wenn er einem hilfsbedürftigen Menschen begegnet, den anderen aber nicht? Die These, dass alle Menschen egoistisch handelten, gibt keine Antwort auf diese Fragen.

Übrigens, der Begriff "Homo Oeconomicus" ist nur insoweit ein wissenschaftlicher Begriff, als er als ein theoretisches Modell einen ökonomisch rational handelnden Menschen veranschaulichen soll. Dass es ihn in der Realität nicht wirklich gibt, wird heute kein Wirtschaftswissenschaftler mehr bestreiten.

Allah'a emanet olunuz!
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  #4
Alt 13.02.2005, 14:46

 
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Noch eine kurze Bemerkung als Nachtrag: Der Satz "Gott ist tot" von Nietzsche wird meistens sehr falsch verstanden und auch aus dem Zusammenhang gerissen. Er meinte damit nicht, dass es etwa keinen Gott gebe.
otnemem isimli Üyemiz şuan sistemimize bağlı değildir. (Offline)   Alıntı ile Cevapla
  #5
Alt 18.02.2005, 00:42
Hamd icin Ilim

 
Ahmet76 - ait Kullanıcı Resmi (Avatar)
 
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Ob es den "Homo Oeconomicus" wirklich gibt ist ja nicht relevant. Relevant ist das selbsgefällige , kapitalistische Menschen ihr Handeln anderen gegenüber mit diesem Begriff als normal verkaufen möchten.

Ob Nietzsche wirklich dies in wort wörtlichem Sinne sagte, ob Hallac wörtlich "enel hakk" ich bin Gott meinte, ist in dem Sinne nicht so wichtig, indem man die Auswirkungen von dessen betrachtet.
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  #6
Alt 18.02.2005, 01:32

 
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sollte man jetzt nich anchgehen was er wohl damit gemeibnt haben konnte ads denke ich nicht keiner würde sich für eien saxhce opfern wovopn er inspiriert wurde. es mag falsch sein so was zu behaupten aber e sahtte ein sinn und es hat seins auch erfüllt diesmal aber mit seinem tode .
kurzer Blick in hallacs inspiration :
Hallac meinte mit enelhak nicht ads er got sei oder allah ist sonder das es kein ghott auser allh gibt und das sein ich niemals gottes Ich sein kann und das nur gott gott ist und kein anderer das wollte er mit ich bin gott sagen das war sein vorstellung nichts anederes. Er hat imleben mit sic selber gekämpft er wollte wie gott essasgt in seinem herzen wo gott die mesnchen besucht keinen platz für eine naderen haben auch nicht für sich selber !
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  #7
Alt 18.02.2005, 01:43

 
Kisakürek - ait Kullanıcı Resmi (Avatar)
 
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okay ,
etrsteinmal muss ich sagen du ahst es erfasst aber wo ist die grenze wo man zu einem sagen muss du bist extrem egoistisch kein bsp

Aber noch was wenn man tieer für gott tötet aber dioe anchher auch isst was denkst du ist das egositisch ?oder sie nicht isst den armen gibt . ich denke esist aber nicht so egositisch wie wenn einer hingeht un wegen seinen menschlichen bedürfnissen ein tier umlegt.

Ego denke ich setkct in jedfem wille ! jetzt stellt sich die frage ist gott auch egositisch ?
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  #8
Alt 18.02.2005, 14:00

 
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ich wusste schon immer dass philosophie zu hoch für mich ist...(vieeel zu hoch )
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  #9
Alt 18.02.2005, 14:13

 
Firuze - ait Kullanıcı Resmi (Avatar)
 
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Alıntı: Mesajı yazan Arkadaşımız sisterE
ich wusste schon immer dass philosophie zu hoch für mich ist...(vieeel zu hoch )
aynennn

<<<bunun icin de...
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  #10
Alt 18.02.2005, 15:25

 
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ich auch nix ahnung davon

danke nochmal lazusagi
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  #11
Alt 19.02.2005, 17:51

 
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Selamunaleyküm,

Vielleicht noch eine kurze Anmerkung zu Nietzsches "Gott ist tot", ohne das Ganze in eine detaillierte und (hoch-)philosophische Diskussion ausarten zu lassen.

Wenn man diesen Satz im Kontext des Gesamtwerkes von Nietzsche betrachtet - was ja Grundvoraussetzung bei der Beurteilung eines jeden Textes ist - wird man sehen, dass Nietzsche mit diesem Satz nichts Anderes gemeint hat, als dass die moderne westliche Welt ihren Gott umgebracht hat und nun in dem (falschen!) Glauben lebt, ohne Gott auskommen zu können. Insofern finde ich, dass man Nietzsche - auch als Muslim - Recht geben kann.

Natürlich ist es wichtig, welche Auswirkungen ein Text hat und auch haben kann. Das bedeutet aber nicht, dass uns nicht interessieren sollte, was denn ursprünglich gemeint war. In diesem Fall ist es sogar ziemlich offensichtlich.

@sisterE: Philosophie ist eigentlich gar nicht so schwierig. Es ist meistens leider nur so, dass viele Dinge, die man auch einfacher erklären könnte, in Begriffe gepackt und auf eine Art und Weise dargestellt werden, dass niemand mehr weiß, worum es eigentlich ging... Aus welchen Gründen auch immer!

Allah'a emanet olunuz!
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  #12
Alt 19.02.2005, 20:05

 
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also ist philosophie die kompliziertere variante sich auszudrücken?
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  #13
Alt 21.02.2005, 16:04

 
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Selamunaleyküm kalemyaprak,

ich glaube, es war Karl Jaspers, der einmal gesagt hat, dass man zu ungefähr jedem Satz von Nietzsche immer auch die gegenteilige Behauptung bei ihm finden könnte. Das macht es natürlich nicht besonders einfach zu verstehen, was Nietzsche denn eigentlich wollte.

Was wir sehr wohl wissen, ist aber, was Nietzsche nicht wollte. Er verwirft die alte Moral - aus genau den Gründen, die du geschildert hast -, lehnt nahezu alles Bestehende ab, verurteilt die Kirche usw. usw. Mit anderen Worten: Nietzsches Übermensch ist der Mensch, der alles Bisherige hinter sich lässt. Darüber, was denn nun statt des Bisherigen kommen müsste, schweigt Nietzsche aber seltsamerweise. Er bietet uns also nichts Positives an - geschweige denn etwas Besseres. Es ist in der Tat bei Nietzsche so, dass man immer wieder (vergeblich!) darauf wartet zu erfahren, nicht nur wogegen er ist, sondern auch wofür.

Was hat das Ganze jetzt mit unserem Thema zu tun? Es ist, wie du schon sagtest, richtig, dass Nietzsche Herren- und Sklavenmoral gegenüberstellt und die geltende Moral als "Sklavenaufstand" abwertet. Das heißt aber noch lange nicht, dass er die Herrenmoral befürwortet! Ganz im Gegenteil, es gibt zahlreiche Stellen bei ihm, wo er diese ebenfalls verurteilt:

"Ich sehe und ich sah ... Menschen, welche weiter nichts sind als ein großes Auge oder ein großes Maul oder ein großer Bauch oder irgend etwas Großes: umgekehrte Krüppel heiße ich solche." (Also sprach Zarathustra)

Es wäre also falsch zu behaupten, Nietzsche strebe einen brutalen Naturmenschen an, er sei ein Biologist, Naturalist oder wie auch immer man das nennen mag.

Die Frage, was denn "Gott ist tot" bedeutet, ist wiederum eine ganz andere - wie du weißt, ist Gott nicht gleich Moral! Sie hat aber unmittelbar mit dem bisher Gesagten zu tun. Aus diesem Satz zu folgern, dass Nietzsche ein Atheist gewesen sei, wäre schlicht falsch. Nietzsche will damit eigentlich nur sagen, dass die "übersinnliche Welt", so wie sie von der Kirche propagiert wurde/wird, keinerlei Einfluss mehr auf das Leben hat. Er macht natürlich auch keinen Hehl daraus, dass er das gut findet. Aber auch hier stellt er der kirchlichen (oder neutraler: der bisherigen) Moral nichts entgegen, obwohl er das als sein Ziel definiert. Wieder haben wir eine reine Negation aber nichts Positives, keine Inhalte! Er sagt also nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern lediglich, dass der Gott der Kirche tot ist und dass der Mensch jetzt mit dieser neuen Situation irgendwie umgehen muss - natürlich ohne genau zu beschreiben, wie!

Vielleicht noch eine kurze Bemerkung zum Schluss: Nietzsche lehnt die Metaphysik zwar ab, spricht aber andererseits davon, eine neue Wertewelt aufrichten zu wollen und verfällt damit selbst dem Denken der alten Metaphysik. Er verkündet zwar den Tod des bisherigen Gottes, ist aber - wenn du so willst - selbst auf der Suche nach einem neuen Gott.

@sisterE: In gewisser Weise schon...

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