Hudhaifa (ra) überlieferte folgenden Vorfall:
,,Es war während der Schlacht von Yarmuk. Als die Kämpfe etwas abgeflaut waren, lagen eine Reihe von Muslimen sterbend auf dem glühend heißen Sand. Ich sammelte meine Kräfte und fing an, nach meinen Neffen Harith zu suchen. Ich lief zwischen den Verwundeten, von denen viele in ihren letzten Atemzügen lagen, umher, bis ich ihn dann schließlich fand. Er lag in einem See von Blut und konnte schon nicht mehr sprechen. Seine Kräfte reichten gerade noch, um seine Augen zu bewegen. Ich zeigte ihm den ledernen Wasserbehälter, den ich bei mir trug und fragte ihn: ,, Willst du etwas Wasser trinken?''
Seine Lippen waren von der Hitze völlig ausgetrocknet und er wollte sicher etwas trinken. Es war, als wolle er mir mit den Bewegungen seiner Augen sein Leid mitteilen. Ich öffnete den Wassersack und wollte ihm gerade etwas Wasser geben, als plötzlich aus der Ferne Ikrimas Stimme zu hören war: ,,Wasser...Wasser...Bitte ein Tropfen Wasser!''
Als mein Neffe diese Rufe hörte, signalisierte er mir mit den Augen, Ikrima das Wasser zu bringen. Ich rannte zu ihm, vorbei an den Märtyrern, die im glühenden Sand lagen. Schließlich erreichte ich Ikrima und wollte ihm gerade die Wasserflasche reichen, als wir auf einmal Iyasch stöhnend hörten:
,,Bitte gebt mir ein Tropfen Wasser! Um ALLAHs Willen ein tropfen Wasser!''
Als Ikrima seinen Ruf nach Wasser hörte, deutete er mit einer Hamdbewegung an, ich solle Iyasch das Wasser bringen. Genau wie Harith verzichtete auch er darauf zu trinken.
Als ich Iyasch zwischen den Toten und Verletzten fand, hörte ich seine letzten Worte:
,,O
ALLAH! Wir haben unsere Leben nicht geschont um des Glaubens willen. Verwehre uns nicht die Stufe des Märtyrertodes und vergib uns.''
Er war im Begriff zu sterben. Er sah noch die Wasserflasche, die ich gebracht hatte aber er hatte keine Zeit mehr, zu trinken. Er konnte gerade noch die Worte des Glaubensbekenntnisses aussprechen, dann verschied er.
Ich rannte zurück zu Ikrima und als ich versuchte, ihm trinken zu geben, stellte ich fest, dass auch er zum Märtyrer geworden war. Ich lief zu meinen Neffen Harith, doch musste ich erkennen, dass auch seine Seele zu ihrem Schöpfer zurückgekehrt war.
So war ich mit Schmerzen Zeuge geworden, wie eine Flasche Wasser auf dem Wege zwischen 3 Märtyrern voll geblieben war. Ich habe in meinem Leben viel erlebt, doch nichts hat mich so beeindruckt, wie dieses Erlebnis.
Ihre völlige Selbstlosigkeit, ihr Mitgefühl und ihre Sorge um den Anderen, obwohl sie nicht miteinander verwandt waren, hinterließen tiefe Spuren der Verwunderung in meinem Gedächtnis.''
vesselam...