Schweizer Ethiker verteidigt Bau von Minaretten
Theologischer Ethiker Frank Mathwig: „Diskussion um den Minarettbau ist Diskussion um die Geltung eines Menschenrechts“

Der Beauftragte für Ethik beim Institut für Theologie und Ethik des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Frank Mathwig, sagte in einem Interview in der „Reformierten Presse“, wenn Bürger über den Bau eines Minaretts abstimmen können, würden Menschenrechte verkehrt und ausgehebelt. Seiner Ansicht nach sei das Recht auf den Bau von Minaretten unbestritten. Menschenrechte wie Religionsfreiheit dürften nicht von Mehrheitsentscheidungen abhängig gemacht werden, sagte Mathwig und fügte hinzu, viele Menschen wüssten nicht, dass sie mit der Diskussion für oder gegen den Minarettbau faktisch für oder gegen die Geltung eines Menschenrechts argumentierten.
Völkerrechtlich sei ganz klar, dass Minarette gebaut werden könnten, sagte Mathwig und wies zugleich auf das Grundrecht auf Religionsfreiheit, das in der Schweizer Verfassung verankert ist. Auch sagte Mathwig, dass eine freie Entwicklung des Islam in der Schweiz grundlegende Werte der Gesellschaft nicht in Frage stelle.
Der Basler Bischof Kurt Koch, der ab dem 1. Januar neuer
Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz wird, sprach sich ebenfalls für den Bau von Minaretten aus. (hv)
