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Alt 22.08.2007, 22:47

 
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Streit um Kölner Moschee

Ditib stellt Pläne für Kölner Moschee vor

Nur kein Schwein und keinen Alkohol

Von Gregor Taxacher




Kleiner werden die Minarette der geplanten Moschee in Köln nicht, aber filigraner - so will es der türkisch- islamische Verband Ditib. Die Läden beim Gotteshaus dürfen zudem auch Deutsche mieten, wenn sie kein Schweinefleisch und keinen Alkohol verkaufen.
Im Vergleich gar nicht so hoch

An diesem Mittwochmorgen (22.08.07) hat vor allem Paul Böhm das Wort. Der Architekt wirkt etwas eingeschüchtert von dem Gedränge der Fotografen und Kameraleute um ihn herum, als er die neuesten Pläne zu "seiner" Moschee in Köln-Ehrenfeld erklärt. Leise und ohne jeden Kommentar zum politischen Gerangel um den Bau sagt er das, worauf alle warten: Böhm will die Minarette nicht kleiner machen als 55 Meter. "Eine stimmige Architektur erreicht man nicht durch Kompromisse", sagt er und zeigt anhand eines Modells und vieler Zeichnungen, dass die Moschee sich recht gut in das bauliche Umfeld einfügt. Mehrere Bürogebäude in der Nähe sind sogar höher als seine Türme. Die sollen aber nicht mehr eckig werden, wie es das Modell noch zeigt, sondern rund und in sich gedreht: So wirken sie leichter und abstrakter.
Schramma unterstützt die Pläne

Ditib erklärt die Pläne

Der Bauherr, der türkische islamische Verband Ditib hat den neuen Plänen schon zugestimmt, die ihre Moschee moderner und weniger "osmanisch" wirken lassen. Auch der Beirat habe am Dienstag (21.08.07) die Pläne einstimmig begrüßt, erklärt Geschäftsführer Mehmet Yildirim. Diesem Beirat gehört neben Vertretern der großen Parteien, der Gewerkschaften und Kirchen auch Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) an. Er unterstützt damit weiter einen Bauplan, an dem ein CDU-Parteitagsbeschluss am vergangenen Wochenende gravierende Änderungen forderte.
Baubeginn im Frühjahr

So soll es werden

Auch mit der CDU-Parteispitze traf sich Ditib am Dienstag. Was bei dem Gespräch herauskam, bleibt ein wenig unklar. Nach Darstellung der Ditib habe sich der Kölner CDU-Chef Walter Reinarz von einigen Punkten des Parteitagsbeschlusses distanziert. Der hatte umgekehrt nach dem Gespräch erklärt, der islamische Verband sei den CDU-Forderungen weit entgegen gekommen. Das Ganze hat Züge eines Scheingefechts. Denn der Ehrenfelder Bezirksrat hat den neuen Bebauungsplan bereits durchgewunken und auch im Kölner Stadtrat hat er eine stabile Mehrheit. Dort soll im Dezember abgestimmt werden. Architekt Böhm rechnet mit dem Baubeginn in Frühjahr 2008.
Moschee solll sich durch Gewerbe finanzieren

Die Kritik der CDU richtet sich nicht nur gegen die Höhe der Türme und die Größe des Gebäudes, sondern auch gegen die der Moschee angegliederten Gewerbeflächen. Ditib hat sie gegenüber den ursprünglichen Plänen ausgeweitet: Während der Gebetsraum seit den ersten Plänen von rund 2.900 auf 2.150 Quadratmeter schrumpfte, sollen die Läden nicht mehr 1.725, sondern 2.455 Quadratmeter einnehmen. Mit den Ladenmieten soll die Moschee finanziert werden. Weil die Stadt zusätzliche Tiefgaragen verlangt und eine umweltfreundliche Energieversorgung mit Solaranlage und Erdwärme-Bohrung beschlossen wurde, sei das Projekt teurer geworden, sagt Ditib. Die Läden ständen aber auch deutschen Betreibern offen, so lange sie keinen Alkohol, kein Schweinefleisch und keine Pornografie verkaufen würden. Deshalb habe auch Werner Binz, im Beirat Vertreter der Ehrenfelder Gewerbetreibenden, nichts gegen die Pläne einzuwenden.
Deutschkurse und ein Café

Der Architekt und sein Modell

Überhaupt ginge es bei dem ganzen Streit um die Moschee doch gar nicht um den Bau, sondern um das Problem der Integration, sagt Ditib-Sprecher Thomas Müller. Dafür wolle der Verband einiges tun: Deutschkurse für seine Mitglieder anbieten, Alphabetisierungskurse, Computerlehrgänge, psychologische Beratung und interreligiöse Begegnungen mit christlichen und jüdischen Gemeinden. Für Paul Böhm integriert schon die Architektur die Moschee in die Stadt. Der Gebetsraum werde durch Glaswände einsehbar sein, der Hof davor ein zur Straße hin offener Platz mit einem Café. Die Bauherren setzen offenbar darauf, dass die fertige Moschee leichter akzeptiert wird als die geplante.
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