Kardinal wehrt sich gegen Hassprediger-Vergleich 
DPA
Der Kölner Kirchenfürst Meisner hat die Triebhaftigkeit des Menschen und alternative Partner-Modelle kritisiert. Darüber ärgert sich der Grünenpolitiker Volker Beck und facht den Streit zwischen seiner Partei und der katholischen Kirche weiter an.
Nach dem Vorwurf des Grünen-Politikers Volker Beck, der Kölner Kardinal Joachim Meisner sei ein "Hassprediger",
prüft das Erzbistum rechtliche Schritte. Das teilte ein Sprecher Meisners in Köln mit. Die Erzdiözese werde die vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" veröffentlichten Vorwürfe Becks genau
prüfen. Bereits im Juni hatte das Erzbistum eine Einstweilige Verfügung gegen den Kölner Kabarettisten Jürgen Becker erwirkt, der Meisner ebenfalls als "Hassprediger" bezeichnet hatte.
Beck hatte sich laut "Spiegel" zu einer Predigt Meisners zum angeblichen Sittenverfall in Europa und zum "Triebbündel" Mensch, das sein Schöpfungsgedächtnis verloren habe, geäußert. Im Schweizer Wallfahrtsort Einsiedeln hatte Meisner dem Bericht zufolge Anfang Oktober mit Blick auf die zunehmend legalisierten eheähnlichen Gemeinschaften formuliert: Die "sogenannten alternativen Modelle menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr, und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde".Beck, der selbst bekennender Homosexueller ist, sagte laut "Spiegel": "Kardinal Meisner betätigt sich einmal mehr als selbstgerechter Hassprediger, denn er spricht ganzen Gruppen von Menschen die Existenzberechtigung ab."
Das Erzbistum erklärt Meisners Predigt
Dazu hieß es aus der erzbischöflichen Pressestelle, Meisner habe mit seiner Predigt niemanden das Existenzrecht abgesprochen. Er habe vielmehr die Bedeutung von Ehe und Familie für die menschliche Gesellschaft unterstrichen. "Dies ist die ureigenste Aufgabe eines katholischen Bischofs. Das Recht dazu lässt er sich von niemandem nehmen", teilte der Sprecher des Kardinals mit.
Beck stellt seine Aussagen klar
Beck wiederum versuchte seine Bemerkung über Meisner im nachhinein richtig zu stellen. Er habe Kardinal Meisner "keineswegs in die Nähe von Terroristen, Islamisten und Selbstmordattentätern" stellen wollen. Er habe vielmehr auf die "grobe" Predigt Meisners im Schweizer Einsiedeln einen "groben Klotz" gesetzt, so Beck, weil sich der Kardinal darin als ein Religionsführer gezeigt habe, der "den rechten Glauben über die Rechte der Menschen" stelle. Der von ihm verwendete Begriff "Hassprediger" ziele somit auf den Inhalt der Predigt des Kölner Erzbischofs.
Erst am Mittwoch hatten sich die Grünen und der Augsburger Bistumssprecher Dirk Voß darauf verständigt, ihren öffentlichen Streit zu beenden. Voß nahm seinen Nazi-Vorwurf gegen die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zurück. Der Sprecher der Grünen für Kirchenpolitik, Josef Winkler, erklärte daraufhin, es sei Zeit, diese Art der Auseinandersetzung zwischen dem Bistum und den Grünen zu beenden. Roth hatte den Augsburger Bischof Walter Mixa als "durchgeknallten spalterischen Oberfundi" angegriffen.
Voß hatte das mit der Hetze der Nazis gegen die Kirche verglichen und Roth "faschistoide Züge" vorgeworfen. Der Konflikt zwischen Grünen-Politikern und katholischen Würdenträgern findet kein Ende.
na wer hätte es denn gedacht das die katholische kirche hasspredigt macht
wir sind nicht allein 