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| Noch satanischer: Pamuk überflügelt Rushdi Da dichtet der Rushdi wieder satanisches (aber sein Schüler Pamuk dichtet satanischer)... "Man hat hier dreißigtausend Kurden und eine Million Armenier umgebracht. Und fast niemand traut sich, das zu erwähnen. Also mache ich es. Und dafür hassen sie mich." (Pamuk) Rushdi scheint das nicht genug zu sein und (indirekt) kritisiert er Pamuk: "Pamuk bezog sich auf die unzähligen Armenier, die zwischen 1915 und 1917 von osmanischen Truppen getötet worden waren. Die Türkei leugnet diese Tötungen nicht, bestreitet aber, dass es sich um Völkermord handelt. Und die »dreißigtausend« Kurden wurden seit 1984 in dem Konflikt zwischen türkischen Streitkräften und kurdischen Separatisten getötet." Aus Pamuks "Eine Million Armenier" werden plötzlich satanische "Unzählige Armenier" und Rushdi legt nach und fordert mehr von seinem Schüler. So habe Pamuk wohl nur die 30.000 Kurden gemeint die seit 1984 getötet wurden (also im Krieg zwischen der Modernen Türkei und der national-sozialistischen Kurdenpartei PKK). Hat Pamuk im Geschichtsunterricht gepennt oder weiss er wohlmöglich mehr als sein satanischer Meister? Kurz und knapp: Hier wird der Meister überflügelt. Pamuk rechnet nähmlich bewußt nicht die kurdischen Verluste (durch national-türkischen Staatsterror) vor 1984 mit! Die kurdische Aufstandsbewegung um 1925 war nähmlich, nach der Moral eines Pamuk, "reaktionär". Nicht "fortschrittlich" und progressiv" wie der PKK-Terror seit 1984. 1925 erhoben sich die Kurden gegen einen säkularistischen Nationalstaat und im Namen des Islam... Wenn es sich um islamisch gesinnte Kurden handelt dürfen diese, nach der Pamukschen Moral, ruhig verfolgt und abgeschlachtet werden (seinen Hass auf den Islam drückt Pamuk ja nicht zuletzt auch in seinem, von westlichen Kritiken nicht umsonst hochgelobten, Roman "Kar"/"Schnee" gründlich aus). Aber Pamuk hat es geschafft... Er ist der neue Liebling des menschen-freundlichen Abendlandes. Den 25.000 Euro-"Friedenspreis" eingesteckt; vielleicht bekommt er für seinen humanistischen Einsatz auch noch den noblen Nobelpreis... Aber verglichen mit den Massenhaften Neuauflagen seiner Romane ist der "Friedenspreis" ausgelutschter Peanut... Bisher war Pamuk auf dem deutschen Buchmarkt zwar mit zwei-drei Titeln vertreten doch recht unbekannt. Lediglich bei einigen gnostischen und satanistischen Randgruppen galt sein "Schwarzes Buch" als Insidertipp (auch in der Türkei wurde Pamuk kaum gelesen, als nach seinen Offenbarungen zur Armenierfrage ein Landrat in der Provinz Isparta anordnete alle Pamuk-Romane aus staatlichen Bibliotheken auszusondern, konnte die Anordnung nicht umgesetzt werden weil in keiner Bibliothek des Kreises ein Pamuk-Roman auffindbar war). Dank der Lavinenartigen Propagandatätigkeiten aufgrund seiner "politischen" Aussagen, entschlossen sich seine deutschen Verleger fast alle Pamuk-Romane auf dem deutschsprachigen Buchmarkt zu platzieren. Schließlich war der Mann ja plötzlich ein "Star", ja er wurde und wird von den Westmedien geradezu als Märtyrer westlicher Werte zwischen den balkanischen Schluchten und wilden Kurdenlanden stilisiert. Dabei kommt es Pamuk, und seinen westlichen Patres, sehr gelegen das "der größte türkische Schriftsteller" im Westen quasi unbekannt war. Weiss man z.B. noch über solch Alte Haudegen wie Nazim Hikmet, Yasar Kemal oder Aziz Nesin das sie aus der Tradition des Stalinismus (heute heißt es ja: "Steinzeit-Kommunismus") kommen, so ist Pamuk "Ein Mann ohne Eigenschaften" was politisches Profil beanlangt. Als Yasar Kemal und Aziz Nesin zwischen 1970 und 1980 jeden Tag den Einzug des Real-Existierenden-Sozialismus am Bosporus ersehnten und propagierten, flirtete der junge und von seiner Familie verhätschelte Pamuk mit Studentinnen und gab den verkannten Intellektuellen. Nach dem ataturkistischen Militärputsch von 1980 wurde er auch nicht politisch verfolgt (wie die vielen Kemals und Nesins), ganz einfach deshalb weil er "kein Problem" mit der damaligen politischen Unterdrückung hatte. Noch Anfang der 1990er Jahre pochte er auf seine un-politische Literatur. Damals äußerte er mit keiner Silbe Kritik am Umgang des türkischen Nationalstaates mit der "Armenierfrage" oder "Kurdenfrage". Das war auch nicht ratsam denn schon die bloße Erwähnung der Worte "kurdisch" oder "Armenier" brachte einen schnell um Freiheit oder gar den Kopf. Ausgerechnet den vom Atheisten Pamuk (in diesem Fall ist er ein treuer Schüler des türkischen Nationalstaates) verhaßten "Islamisten" (bzw. "Euroislamisten") verdankt dieser nun seinen heutigen "Weltruhm"! Nach dem Wahlsieg des Recep Tayyip Erdogan (http://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdogan) und seiner euro-islamistischen "Gerechtigkeits-und Fortschrittspartei" profitierte Pamuk von der neuen politischen Freiheit und fühlte sich endlich auserkoren die enterbten und geknechteten zu rächen... Der Meister-Artikel Rushdis über Pamuk: http://www.zeit.de/2005/43/OrhanPamuk (Man beachte in der Überschrift das satanische Wortspielchen! Einfach köstlich dieser Rushdi...) Orhan Pamuk: http://de.wikipedia.org/wiki/Orhan_Pamuk [GEM-HA]
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| "PAMUK PROZESS": EU-Beobachter fordern, warnen und drohen... Cohn-Bendit pfeift Erdogan bei Fuß... Eine Delegation des europäischen Parlaments und ein britischer Abgeordneter beobachten das Verfahren. Der frühere britische Europaminister Denis MacShane erklärte, er sei beim Betreten des Gerichtssaal von einem Nationalisten geschlagen worden und werde deshalb eine Beschwerde einreichen. Der Leiter der EU-Delegation, der niederländische Abgeordnete Camiel Eurlings, warnte, die Auswirkungen des Verfahrens könnten "sehr schlecht für das Bild der Türkei in Europa" sein. Der Prozess verstoße gegen die "fundamentalen Werte der Meinungsfreiheit". (Neue Epoche-Online, 16.12.2005) Gegenüber der taz meinte der grüne Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit, der als Beobachter aus Brüssel angereist war: "Erdogan muss dafür sorgen, dass dieser absurde Prozess eingestellt wird, und vor allem eine neue Vorlage zum Strafrecht ins Parlament bringen, die zukünftig Anklagen wegen Meinungsäußerungen unmöglich macht." (taz, 17.12.2005) Der Vorsitzende Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament, Daniel Cohn-Bendit, forderte die Änderung des Paragrafen 310, der gegen Pamuk angewendet wird. Auf den Einwand, dass dieser Paragraf gerade erst auf Wunsch der EU geändert worden sei, entgegnete Cohn-Bendit: "Dann muss man ihn halt noch mal ändern und später eventuell noch mal." (Neues Deutschland, 17.12.2005) Der Europäische Erweiterungskommissar Ollie Rehnt warnte die Türkei vor einer Verurteilung Pamuks. Nicht der Schriftsteller stehe vor Gericht, sondern die Türkei und ihr Demokratieverständnis. (Euro News, 15.12.2005) Die Regierung Erdogan sieht sich innenpolitisch dem Druck aus Kreisen der [kemalistischen] Justiz ausgesetzt, welche die Liberalisierungen im Bereich der Meinungsfreiheit mit nie endenden Prozessen zu untergraben versuchen. Anderseits wächst aber auch der Druck aus der Europäischen Union, welche auf die Gewährung der Bürger- und Menschenrechte dringt. (NNZ, 17.12.2005) "Solidarität" mit Pamuk: Namhafte westliche Literaten greifen ebenfalls in den "Prozess" ein... Solidarisch: Die Nobelpreisträger Günter Grass, José Saramago und Gabriel Garcia Marquez sowie Umberto Eco, Carlos Fuentes, Juan Goytisolo, John Updike und Mario Vargas Llosa haben die Einstellung des Gerichtsverfahrens gegen Pamuk verlangt. Sie betonten in ihrem Manifest, dass eine Meinungsäußerung über geschichtliche Ereignisse unter keinen Umständen ein Vergehen darstellen könne. (Berliner Zeitung, 16.12.2005) "Juristische Unklarheiten"... Der Prozeß könnte kurz nach der Eröffnung platzen. Der Kammer liegt die gewünschte und nach dem alten Recht erforderliche Genehmigung des Justizministers nicht vor, weil dieser sich seit der Gesetzesnovellierung im Juni für nicht mehr zuständig hält und weigert die Genehigung zu erteilen. (Euro News, 15.12.2005) Dem Prozess gegen Pamuk liegt ein Paragraf des neuen türkischen Strafgesetzbuches zu Grunde, das der freien Meinungsäußerung enge Grenzen zieht. Eine Änderung im Vergleich zum alten Recht besteht darin, dass nicht mehr der Justizminister, sondern der Richter entscheidet, ob ein Verfahren wegen Verunglimpfung des Staates oder Herabwürdigung des Türkentums eröffnet wird. Deshalb hatte sich Justizminister Cicek bei einer ersten Anfrage des Gerichts für "nicht zuständig" erklärt. (intrinet.de) Der Vorsitzende Richter Metin Aydin erklärte, das Gericht benötige die Erlaubnis des Justizministeriums, um das Verfahren fortsetzen zu können. Das Gesetz, gegen das Pamuk verstossen haben soll, trat erst im Juni in Kraft, einige Monate nach den Äusserungen des Schriftstellers. (suedostschweiz.ch) Der türkische Justizminister Cemil Cicek sagte, die Vertagung auf Februar sei "normal". Er machte die türkische Presse für den Prozeß verantwortlich: Die Klage war nach Medienberichten über die Äußerung Pamuks in einem Schweizer Magazin eingereicht worden. (abendblatt.de) Prügel für Pamuk und EU-Delegation... "Besonders EU-Parlamentarierinnen beleidigt"... Als Prozessbeteiligte und Besucher das Gericht verließen, spitzte sich die Situation zu. Die Mitglieder zweier Delegationen des Europäischen Parlaments wurden beschimpft und insbesondere die Parlamentarierinnen in englischer Sprache beleidigt. (Neues Deutschland, 17.12.2005) Und nun drängt eine dritte Gruppe ins Gebäude: Der Pöbel. Plötzlich wird geschrieen, Beleidigungen fallen, Handzettel voller geistigem Unrat werden verteilt, gegen Pamuk, gegen die Regierung, gegen die Ausländer. "Alles Juden und Verräter hier, kein einziger echter Türke", brüllt ein Patriot. Die Stimmung lädt sich auf. (...) Drinnen steht ein Dutzend Gestalten, die aussehen wie Henkersknechte. Wüst schreien sie die Ausländer an: "Ausländer raus hier, Türken zuerst." Einer von ihnen boxt den britischen Abgeordneten und Ex-Europaminister Denis MacShane ins Gesicht, setzt mit dem Ellenbogen nach. ("Ein schwarzer Tag für die Türkei" von Boris Kalnoky, Die Welt, 17.12.2005) Eine Frau konnte ihm trotz zahlreichen Bereitschaftspolizisten eine Ohrfeige verpassen. Die Verteidigung forderte, dass Pamuk sofort befragt werde, und plädierte für Freispruch. (NNZ, 17.12.2005) Dabei wurde ihm vor Beginn der Verhandlung im Flur des Gerichts von einer fanatischen Demonstrantin ein Aktendossier auf den Kopf geschlagen,... (taz, 17.12.2005? "Fall Pamuk" nur Propaganda und Politik? Der [türkisch-]armenische Journalist Hrant Dink erklärte nach dem Prozess: "Orhan Pamuk ist populär, andere ›Orhans ohne Stimme‹ werden nach den gleichen Paragrafen [in der Türkei] abgeurteilt." (Neues Deutschland, 17.12.2005) "Türken und Armenier sind psychisch krank. Und es gibt nur eine einzige Therapie dafür: einen Dialog". ( Siehe taz-Interview mit Hrant Dink: http://www.taz.de/pt/2005/04/14/a0197.nf/text ) 17. Dezember 2005 [GEM-HA]
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