| Schweizer Justiz plant Spionage-Angriff auf PCs Fernseher und Stereoanlage an, Handy und Telefon außer Reichweite - diese Maßnahmen reichen bald nicht mehr aus, um unbelauscht zu bleiben. Selbst Computer lassen sich als Wanzen missbrauchen.
Schweizer Strafermittler und das Departement für Umwelt, Verkehr und Kommunikation testen Spionage-Software für die Überwachung von Internet-Telefonie. Das berichtet die Schweizer «Sonntags-Zeitung».
Internet-Gespräche belauschen
Da Internet-Telefonate in der Regel nicht über das normale Telefonnetz laufen und zudem verschlüsselt werden, suchten die Behörden nach einer Möglichkeit, um auch Internet-Gespräche belauschen zu können.
Das speziell für diese Zwecke von der Schweizer ERA IT Solutions entwickelte Programm solle sich sowohl an Anti-Viren-Software als auch an Firewalls vorbeischummeln können. Die Software werde - unbemerkt vom Überwachten - durch den Internet-Anbieter im Rechner platziert. Das sei aber nur nach richterlicher Anordnung möglich.
Nur für Behörden
Das Programm werde ausschließlich an Behörden verkauft, so Riccardo Gubser, Geschäftsführer von ERA IT Solutions zur «Sonntags-Zeitung». Neben Mitschnitten solle die Software auch für Raumüberwachungen genutzt werden können, indem die Spione beispielsweise in Notebooks eingebaute Mikrofone aus der Ferne aktivieren. Webcams sollen nicht zum Einsatz kommen, da viele Kameras bei Betrieb aufleuchten und so der Überwachte gewarnt werde. Um die Überwachung zu beenden, soll die Software entweder von den Behörden oder durch Zeitschalter deinstalliert werden. Das Projekt wird laut «Sonntags-Zeitung» geheim betrieben, da Trojaner im Allgemeinen keinen guten Ruf genießen. (nz)
__________________ Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (Rene Descartes) |