Verbot für muslimische Flughafenmitarbeiter in Frankreich
43 muslimischen Gepäckarbeitern wurde auf dem Charles de Gaulle Flughafen in Frankreich wegen Terrorverdacht die Sicherheitsfreigabe entzogen

Die nach dem 11. September andauernde Terrorangst hat für viele Muslime und Araber ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen. Die betroffenen muslimischen Gepäckarbeiter dürfen bestimmte Bereiche des Flughafens nicht mehr betreten. Dieses Verbot empörte viele im Land.
Vier der Arbeiter reichten über einen Anwalt eine Beschwerde ein, wie Anwalt Eric Moutet sagte. Der Anwalt erklärte, dass die muslimischen Arbeiter nur aufgrund ihres Glaubens, ihres Aussehens und ihrer ethnischen Herkunft diskriminiert werden. Moutet betonte zudem, dass viele der Arbeiter seit über fünf Jahren dort arbeite und fügte noch hinzu: „Die Gemeinsamkeit dieser Arbeiter ist ihre arabische Herkunft oder die Verrichtung islamischer Gottesdienste.“
Ein Sicherheitsvertreter des Charles de Gaulle Flughafens, Jacques Lebrot, behauptete hingegen, diese Entscheidung sei wegen des Terrorrisikos getroffen worden. Zudem sagte er, einige Gepäckarbeiter hätten die Ausbildungscamps in Pakistan besucht. „Die Entscheidung hat nichts mit der Religion zu tun. Wir können die Sicherheit des Flughafens nicht in Gefahr setzen.
Der rechtsgerichtete französische Politiker Philippe de Villiers hatte im April mit der Warnung vor einer „Islamisierung“ des Pariser Flughafens Widerspruch und Empörung hervorgerufen. Er behauptete, viele „Extremisten“ würden dort arbeiten und hätten einen Terrorangriff geplant. Die Flughafenbehörde habe vermutlich aufgrund dieser Annahmen die muslimischen Arbeiter gesperrt. Im August sollen die Gepäckarbeiter von der Polizei verhört worden sein und anschließend einen Brief erhalten haben. In dem Brief wird darauf hingewiesen, dass ihnen die Sicherheitsfreigabe entzogen worden sei, weil sie eine Gefahr für die Flughafensicherheit darstellten oder weil sie als Einzelperson die Flughafensicherheit bedrohten. Gewerkschaften streikten, um diese Entscheidung zu protestieren. (sa)
aha paranoia oder was