Kritik an “Ehren“-Orden für niederländische Soldaten
Das niederländische Verteidigungsministerium möchte Soldaten, die für den Tot von 8000 Bosniern verantwortlich waren, einen Orden verleihen

Nachdem der niederländische Verteidigungsminister Henk Kamp die für den 4.Dezember festgesetzte zeremonielle Ordensvergabe an die niederländischen Soldaten bekannt gab, sorgte er damit im Land für großen Aufruhr. Diese Soldaten sahen 1995 tatenlos zu, wie in Srebrenica 8000 Bosnier -hauptsächlich Männer und Jungen- von Serben getötet wurden. Die Holländer überfluteten die niederländische Regierung mit E-mails und Faxmitteilungen und forderten die Regierung auf, diesen Fehler nicht zu begehen.
Auch die niederländischen Medien kritisierten die Vergabe der Orden für das „Ausführen der Dienste unter schwierigen Umständen“ an die Soldaten. Die 500 000 auflagenstarke niederländische Zeitung Volkskrant machte zu diesem Thema ein Interview mit Prof. Dr. Selma Leydesdorff, einer Lehrbeauftragten der Universität zu Amsterdam. Sie sagte: „Diese moralische Schuld lastet eh seit geraumer Zeit auf den Niederlanden. Das Verhalten der Regierung ist entsetzlich. Ich rufe die ehemaligen niederländischen Soldaten dazu auf, diesen Orden abzulehnen.“ Das Thema wurde in den Nachrichten der niederländischen Zeitungen Dagblad van het Noorden und Trouw und dem Fernsehkanal Nederland 3 umfangreich behandelt.
Die Zeitung Dagblad van het Noorden hinterfragte den Grund von so einer Ordensvergabe, während die Zeitung Trouw den Anspruch der Soldaten auf einen derartigen Ehrenzeichen in Frage stellte. Der Fernsehkanal indes sendete ein Dokumentarfilm über den bosnischen Krieg und dem Massaker von Srebrenica. Einige Zuschauer nahmen per Telefon an der Sendung teil und kritisierten das Wiederbeleben des Themas. Sie forderten auf, das Thema auf sich beruhen zu lassen, da einige vor Ort gediente Soldaten nach diesem schrecklichen Vorfall psychologische Probleme erleiden würden. Diese Soldaten würden über die Auffrischung des Themas bekümmert sein.
Die Ereignisse vom Juli 1995 in Srebrenica gelten als das schlimmste Massaker in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges . Die von den Vereinten Nationen als Schutzzone erklärte Stadt Srebrenica wurde in der Zeit unter den Schutz der niederländischen UN- Soldaten gestellt. Die Serben marschierten ohne jegliche Hindernisse in die Stadt und töteten bis zu 8000 abgeführte muslimische Männer. Die Soldaten, die damals vor Ort im Dienst waren, veröffentlichten letztes Jahr das Buch „Erinnerungen an Srebrenica“. In dem Buch schreiben sie ihre Reue und Gewissensbisse zu diesem Fall. Sie erzählen, dass sie Bosnier in Lastkraftwagen geladen und an Serben übergeben haben, obwohl sie den Schutz der Bosnier versprochen hatten. Die Bosnier wurden vor den Augen der Soldaten getötet. Der niederländische Verteidigungsminister beharrt trotzdem auf seine Entscheidung und gab abermals bekannt, dass die Ordensvergabe unverändert am 4.Dezember stattfinden wird. Er rechtfertigt seine Entscheidung damit, dass die Soldaten die Befehle zu befolgen hätten. (ab)
Aha, die bekommen natürlich den orden für die tätigkeit für die serben und nicht weil sie moslems beschütz haben, so sind unsere nachbarn