| Angeblicher Anschlagsplan «war Spaß» In Sicherheitskreisen wird immer mehr an der Ernsthaftigkeit des angeblichen Anschlagsplans auf den Frankfurter Flughafen von sechs Männern gezweifelt. Die Bundesanwaltschaft sieht dagegen weiterhin Tatverdacht.
Gegen die sechs arabischstämmigen Männer, die die Bundesanwaltschaft eines geplanten Anschlags auf den Frankfurter Flughafen verdächtigt, haben sich laut «Süddeutscher Zeitung» zu keiner Zeit ernsthafte Verdachtsmomente ergeben. Wie das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, hatten die Ermittler den Fall wegen seiner Nichtigkeit bereits längst zu den Akten gelegt. Auch Hintermänner der Tat, von denen die Bundesanwaltschaft gesprochen hatte, habe es nicht gegeben.
Generalbundesanwältin Monika Harms hatte am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen sechs Beschuldigte wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie deren Unterstützung eingeleitet. Nach Presseberichten wollte eine Gruppe mit islamistischem Hintergrund auf dem Rhein-Main-Flughafen einen Bombenkoffer in einer Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al platzieren.
Kein dringender Tatverdacht
Den Ermittlern zufolge sollte eine Person mit Zugang zum Sicherheitsbereich eines Flughafens überredet werden, gegen Geld einen Koffer oder eine Tasche mit Sprengstoff in eine Verkehrsmaschine zu schmuggeln. Der Flughafen-Mitarbeiter soll sich aber umgehend an die Behörden gewandt haben.
Die Verdächtigen waren am vorigen Freitag vorläufig festgenommen worden, aber am Samstag - bis auf einen wegen einer anderen Tat in Haft sitzenden Beschuldigten - wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Gegen sie bestand offenbar kein dringender Tatverdacht, der für einen Haftbefehl nötig gewesen wäre.
Terrorverdächtiger wollte «Action»
Nach dem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» hatten sich Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt am 23. Oktober nach monatelangen ergebnislosen Ermittlungen entschlossen, doch noch die Wohnungen der sechs Verdächtigen zu durchsuchen, quasi als Aufräumaktion am Schluss einer Untersuchung. Vier Monate lang schon hätten sich die Fahnder um mehr Einblicke bemüht, auch per Telefonüberwachung. Die Ermittler befürchteten, dass sie eine Verlängerung der Telefonüberwachung nicht mehr genehmigt bekommen würden.
Einer der sechs Festgenommenen hat die gesamte Aktion in einem Interview als «Spaß» dargestellt. Der Jordanier aus Mainz behauptet in einem Gespräch mit dem Politikmagazin «Ländersache» des Südwestrundfunks (SWR), man habe «Action» machen und eine Tasche in ein Verkehrsflugzeug schmuggeln wollen. Es sei alles nicht ernst gemeint gewesen. Dies teilte der SWR vor Ausstrahlung der TV-Sendung am Donnerstagabend mit. «Wir geben Dir Geld und Du tust uns (die) Tasche in ein Flugzeug», habe der Terrorverdächtige zu einem Freund gesagt, hieß es im SWR. «Und das war Spaß», zitierte der Sender den Mann. Mit der Aussage des Terrorverdächtigen konfrontiert, blieb die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe nach Angaben des SWR aber bei ihrer Darstellung. Es bestehe weiterhin ein Tatverdacht, der allerdings nicht dringend sei. Es gebe keine neue Sachlage. Der Frankfurter Sicherheitsexperte Klaus-Dieter Matschke schloss im SWR-Fernsehen nicht aus, dass es sich um einen Scherz gehandelt haben könnte. Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) ging in dem Politikmagazin weiterhin von einem begründeten Tatverdacht aus. (nz)
--------------------- Camur at, izi kalsin.. Hauptsache man hat wieder mal einen Grund gefunden, das Volk zu verängstigen..
__________________ Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (Rene Descartes) |