Freitag, 30. März 2007
Eine psychische Störung
Menschen im Kaufrausch
Kaufsucht ist eine psychische Störung. Rund sechs bis acht Prozent der Deutschen sind in Gefahr, an dem obsessiven Zwang zu erkranken. Die Sucht wird laut Experten der Universitätsklinik Erlangen aber immer noch verharmlost.
Wer nach dem Ärger mit dem Chef oder dem Partner einkaufen geht, um sich etwas Besonderes zu gönnen, gleicht damit emotionale Defizite kurzfristig aus. Der Frustkauf an sich ist noch kein Problem, er ist eine normale Strategie der Psyche. Gefährlich wird es, wenn Schwierigkeiten regelmäßig durch Einkaufen überwunden werden und der Kaufrausch in diesen Situationen zur Gewohnheit wird.
Tatsächlich führt die Krankheit zu einem enormen Leidensdruck. Viele Betroffene kaufen zwanghaft Kleidung oder Gebrauchsgegenstände ein, ohne sie dann auszupacken und zu benutzen. Im Extremfall kommt es vor, dass Süchtige riesige Mengen an Sonderangeboten in eigens dafür angemieteten Räumen horten. Nicht wenige geraten aufgrund ihres Leidens in finanzielle Schwierigkeiten.
Der erste Schritt, gegen die Krankheit anzugehen, ist das Eingeständnis: Ich bin süchtig. Einige "Erste-Hilfe-Tipps" können den nächsten Kaufrausch bremsen. Es empfiehlt sich, alle Kreditkarten zurückzugeben und nur noch mit Bargeld zu bezahlen. Wer an Kaufsucht leidet, sollte Rabattaktionen meiden. Stellt sich beim Einkaufen die Wahl zwischen mehreren Stücken, dann ist es wichtig, nur eines mitzunehmen. Zu Hause lässt der Reiz der Neuerwerbung schnell nach. Es kann auch helfen, die heimischen Bestände aus den Schränken zu holen und eine genaue Liste aufzustellen. Das zeigt, wie viele Gegenstände man schon besitzt und schreckt ab.
Diese Maßnahmen wirken allerdings nur kurzfristig. Um die Sucht wirklich überwinden zu können, ist das Gespräch mit einer Vertrauensperson ein wichtiger Schritt. Für Betroffene ist es hilfreich, sich mit anderen über die Obsession auszutauschen. Deshalb sind inzwischen in vielen Städten Selbsthilfegruppen gegründet worden.
Außerdem kann therapeutische Hilfe erwogen werden. Wenn ein zugelassener Psychologe die Behandlung übernimmt, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten
Überschrift hätte lauten sollen Frauen im Kaufrausch und nicht Menschen 