Jugendämter nehmen täglich 71 Kinder und Jugendliche in Obhut
In den meisten Fällen lag eine Überforderung der Eltern vor

Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden werden in Deutschland täglich 71 Kinder und Jugendliche von Jugendämtern in Obhut genommen. So waren im vergangenen Jahr etwa 25.800 Kinder und Jugendliche betroffen. Die häufigsten Gründe für die Inobhutnahme waren laut Behörden Überforderung der Eltern sowie Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung der Kinder.
Etwa 7.100 Kinder und Jugendliche (28 Prozent) wurden auf eigenen Wunsch in Obhut genommen, bei den Übrigen veranlassten dies andere Personen. In 42 Prozent der Fälle waren die Eltern überfordert. In 23 Prozent der Fälle waren die Gründe Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Missbrauch.
59 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen waren älter als 14 Jahre. 55 Prozent aller Betroffenen waren Mädchen.
Weitere Gründe für die Inobhutnahme waren Beziehungsprobleme (26 Prozent), Integrationsprobleme im Heim oder in der Pflegefamilie (7 Prozent), Kriminalität (7 Prozent), Probleme in der Schule (6 Prozent) und Suchtprobleme (3 Prozent).
Bei einer Inobhutnahme werden die Betroffenen von den Jugendämtern für einige Stunden oder Tage in einer geeigneten Einrichtung in Schutz genommen. (hv)