Regierungs-Kampagne zur Integration von Migranten
Wirtschaft soll mehr Zuwanderer einstellen
Deutsche Unternehmen sollten nach Ansicht der Ausländerbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer, gezielt Zuwanderer ausbilden und beschäftigen. In Menschen aus Zuwandererfamilien stecke ein "großes wirtschaftliches Potenzial", sagte die CDU-Politikerin bei der Vorstellung der Kampagne "Vielfalt als Chance", die für eine bessere Integration von Migranten in der Wirtschaft werben soll. Als Vorbilder sind in den Anzeigen und Werbespots der Kampagne eine türkische Polizistin, eine palästinensische Ärztin und ein mosambikanischer Bäcker zu sehen.
Türkischstämmige haben "Kaufkraft des Saarlandes"

[Bildunterschrift: Weist auf die wirtschaftliche Bedeutung von Migranten hin: Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer ]
Im Hinblick auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel und die globalisierte Wirtschaft könnten deutsche Unternehmen von den Fähigkeiten der Migranten profitieren, sagte Böhmer. Im Zuge der Globalisierung würden Kompetenzen im Umgang mit anderen Kulturen immer wichtiger. "Menschen mit Zuwanderungshintergrund sprechen meist mehrere Sprachen und kennen sich in unterschiedlichen kulturellen Gepflogenheiten aus", sagte die Staatsministerin. Bislang werde das ökonomische Potenzial der Migranten jedoch zu wenig genutzt.
Auch als Konsumenten würden Zuwanderer immer wichtiger. Mittlerweile hätten rund 20 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Allein die Kaufkraft der 2,5 Millionen türkischstämmigen Zuwanderer entspreche mit rund 17 Milliarden Euro "der Kaufkraft des Saarlandes", sagte Böhmer. Diese Märkte könnten Mitarbeiter mit nichtdeutschen Wurzeln oft besser erschließen.