| "Sie schützen das Erdölministerium, aber das kulturelle Erbe nicht" "
Unschätzbare Kulturgegenstände werden zerstört und gestohlen - Islamisches Kulturgut in höchster Gefahr
Bagdad - Plünderer haben Teile des Irakischen Nationalmuseums in Bagdad verwüstet und womöglich unzählige Ausstellungsstücke von unschätzbarem Wert gestohlen. Die Säle des Museums boten ein Bild der Verwüstung: Auf den Böden lägen umgestürzte Kunstgegenstände und zerschlagene Krüge. In vielen Räumen seien Vitrinen eingeschlagen und ausgeräumt worden, berichtete ein dpa-Korrespondent.
Museumsmitarbeiter äußerten die Befürchtung, weitere Plünderer könnten die noch erhaltenen Kunstgegenstände zerstören. Die UNESCO forderte in Paris den Schutz der irakischen Kulturgüter. Betroffen sind insbesondere islamische Kunstgegenstände. Unbeschädigt seien allerdings noch die Wandreliefs aus der assyrischen Zeit. Diese wertvolle Gegenstände sind womöglich schon vor dem Krieg in Sicherheit gebracht worden waren. Unklar ist, welche Schäden genau durch die Raubzüge und den Vandalismus angerichtet worden sind.
Die stellvertretende Museumsdirektorin Midal Amin machte die US-Besatzungstruppen für die Plünderungen mitverantwortlich. "Sie wissen, dass das ein Museum ist. Sie schützen das Erdölministerium, aber das kulturelle Erbe nicht."
Das Museum beherbergt Funde der wichtigsten Ausgrabungsstätten Mesopotamiens, das als Wiege der Menschheit gilt. Die UNESCO mahnte den Schutz der irakischen Kulturgüter an. Die britischen und amerikanischen Behörden sollten Sofortmaßnahmen zum Schutz der Kulturgüter ergreifen, sagte der Generaldirektor der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, Koichi Matsuura, in Paris.
Auch das Museum von Mosul im Nordirak wurde geplündert. Der arabische Fernsehsender El Dschasira berichtete, Diebe hätten auch dort Türen eingetreten und Ausstellungsstücke gestohlen.
__________________
Yalancı dünyâya aldanma yâ hû,
Bu dernek dağılır dîvân eğlenmez.
İki kapılı bir virânedir bu,
Bunda konan göçer, konuk eğlenmez
|